Montag, 19. Dezember 2011

Und da waren ja noch

ein Stapel Bücher, über die ich erzählen wollte


"Der Junge, der Träume schenkte" heißt Christmas Luminita und kommt als Kleinkind in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts mit seiner Mutter aus Italien nach New York. Er wächst in einem von Armut und Kriminalität geprägten Milieu heran, gründet als Dreizehnjähriger seine eigene Gang. Es steht aus Messers Schneide - im wahrsten Sinne des Wortes - in welche Richtung er sich entwickelt. Der Autor Luca Di Fulvio ist ein großartiger Erzähler und versteht es den Leser in seinen Bann zu ziehen. Dennoch sind einige Passagen, die das Gangster- und Prostituiertenmilieu beschreiben ganz schön hart und nichts für zarte Gemüter. In unserer Bücherei werde ich mir wirklich überlegen müssen, wem man dieses Buch geben kann. Ich finde es  schade, dass manche eigentlich hervorragenden Bücher wegen solcher Passagen nicht mehr uneingeschränkt empfehlenswert werden. Aber der Autor gibt in seinem Buch auch auf diesen Einwand eine klare Antwort (s. Seite 664) und legt einem Filmproduzenten die folgenden Worte in den Mund: "Das Publikum ist unser Herr.... Es will auch Blut, es will das Leben, es will Bösewichte als Helden .... denn immer gibt es auch eine Schattenseite. Entscheidend ist, dass am Ende das Licht triumphiert."
Und das tut es, das Licht triumphiert in diesem Buch!!! Also, wenn Ihr Euch nicht abschrecken lässt von diesen heftigen Szenen werdet Ihr ein großes Lesevergnügen mit diesem Buch haben."

"Verglühte Schatten" von Kamila Shamsie ist vielleicht das beeindruckendste Buch, das ich in den vergangenen Monaten gelesen habe. Zu Beginn hielt ich es für ein bisschen rührsehlig, aber dann entwickelte es sich richtig gut. Zum Inhalt:
"9. August 45, Nagasaki. Hiroko Tanaka steht auf ihrer Terrasse. Sie trägt einen Kimono mit drei schwarzen Kranichen auf dem Rücken  und denkt an ihre bevorstehende Hochzeit mit Konrad Weiss. Dann, im Bruchteil einer Sekunde, verglüht die Welt. Hiroko überlebt schwer verletzt, die drei Vögel haben sich in ihre Haut gebrannt. Auf der Suche nach einem Neuanfang reist sie nach Delhi, wo sie bei Konrads Verwandten, den Burtons, aufgenommen wir und sich in den Inder Sajjad Ashraf verliebt. Aber der Schatten der Geschichte senkt sich abermals über sie: Die blutige Teilung Indiens zwingt Hiroko und Sajjad nach Pakistan, wo sie endlich ein Zuhause finden. Auch die nächste Generation verstrickt sich in den Lauf der Weltereignisse. Doch erst die Anschläge vom 11. September 2001 stellen die Freundschaft der Ashrafs und Burtons endgültig auf die Zerreißprobe und offenbaren schmerzhafte Wahrheiten über die Grenzen der Toleranz in Zeiten des Terrors."
Kamila Shamsie spannt den Bogen über Jahrzehnte und Kontinente wirklich meisterhaft. So werden wir an die Schnittstellen der Geschichte und die Brandherde unserer Welt geschickt: Von Nagasaki  über Pakistan bis nach New York, von Afghanistan bis nach Guantánamo. Unbedingt lesen!!!!

Ui, wenn ich so viel zu jedem Buch schreibe, wird der Post glaube ich zu lang. Aber kurz fassen ist irgendwie nicht so mein Ding :-)
In den nächsten Tagen geht es weiter.

Habt eine schöne Zeit.





Kommentare:

  1. Liebe Traudl,
    Danke für die netten Buchtipps, jetzt kommt ja die Lesezeit auf uns zu, da kann man solche Tipps gut brauchen. Deine stapelbaren Bäume gefallen mir sehr gut -
    liebe Grüße
    Hanna

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  2. Liebe Traudl,
    vielen Dank für Deine Buchtipps! So habe ich doch noch ein gutes Buch für meine Freundin, ich habe mich heute schon im Buchhandel gesehen und eine Stunde Entscheidungszeit eingeplant, die entfällt nun, yippieh ;-))

    Liebe Grüße von Elfin!

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