Sonntag, 12. April 2009

Ostermorgen



Die Lerche stieg am Ostermorgen

empor ins klarste Luftgebiet

und schmettert' hoch im Blau verborgen

ein freudig Auferstehungslied.

Und wie sie schmetterte, da klangen

es tausend Stimmen nach im Feld:

Wach auf, das Alte ist vergangen,

wach auf, du froh verjüngte Welt!

...

Ihr sollt euch all des Heiles freuen,

das über euch ergossen ward!

Es ist ein inniges Erneuen,

im Bild des Frühlings offenbart.

Was dürr war, grünt im Wehn der Lüfte,

jung wird das Alte fern und nah.

Der Odem Gottes sprengt die Grüfte -wacht auf !

Der Ostertag ist da.



Emanuel Geibel (1815-1884)

1 Kommentar:

  1. Ein sehr schönes Gedicht. Danke.

    Liebe Grüße und ein frohes Osterfest!
    Manuela

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